The Boys
& The Beach
Der Tag beginnt:
Du hast ein gutes Frühstück eingenommen und planst den Tag in
Playa del Ingles? Gran Canaria's Süden ist jeden Tag ein
aufregendes Ereignis, immer wieder neu und immer wieder anders.
Die aufsteigende Sonne macht natürlich alle Menschen munter- und
der Weg zum Strand füllt sich mit sehr ähnlichen Bildern:
Sportlich begkleidet, Rucksack, Badeschlappen- das sind die
Erkennungszeichen! Wer nur in Badehose oder Bikini durch die
Stadt läuft, ist leider out. Das wird Dir niemand sagen, aber
jeder denkt es. Auch im Urlaubsort sieht man es gerne, wenn eine
"Strassenkleidung" gezeigt wird. Und schliesslich sind nicht
alle Leute unterwegs zum Beach; die Hotelarbeiter, Angestellte,
Supermakthelfer, Büroarbeiter, Strassenkehrer und Zimmermädchen,
natürlich würden sie alle gerne die grosse Freiheit geniessen
und in Deiner Richtung mitlaufen. Doch sie arbeiten. Für Dich
und mich. Und sie arbeiten nicht in Badebekleidung. Und Du
freust Dich, dass sie da sind, in feinen Uniformen, Anzügen- um
Dir zu gefallen. MY WAY: Ich will ihnen auch gefallen, meine
Speckrollen reichen am Strand, aber auf der Strasse gebe ich den
anderen Menschen gerne etwas Respekt. Warum nicht? Fällt gar
nicht schwer. Und es ist sehr hilfreich: Playa del Ingles ist
die Südspitze auf Gran Canaria. Auch am heissesten Tag kann
unerwartet plötzlich ein kleiner Sandsturm aufkommen; Kleidung
schützt Dich auch vor dem Sonnenbrand.
MY WAY: Zum
Strand gibt es viele Wege, doch hier beschreibe ich meinen Weg.
Morgens schlentere ich die Avda. de Estados Unidos hinab, leicht
abfallend, das ist die Strasse, die das YUMBO CENTER links von
mir liegen lässt. Oh, da ist auf der Ecke auch das Tourismus-Info-Büro,
gut zu wissen, denn dort gibt es gratis Prospekte und Stadtpläne.
Nach der Kreuzung (bitte beachte den oft starken Verkehr, viele
fahren hier einfach weiter, ohne den Zebrastreifen zu beachten).
Rechts vor Dir erstreckt sich Los Tucanes, eine der bekannten
Gay-Only-Anlagen. Und weiter geradeaus: das Aparthotel Carmen (sehr
laut) leuchtet schon von weitem in schrillem Gelb. Was wohl die
vielen Antennen auf dem Hauptgebäude ausstrahlen? Naja, da wohnt
Mann vielleicht besser nicht. Ich gehe daran vorbei, weiter
geradeaus: Hotel Fayna, Apolo, El Palmar- die Strasse bildet
eine leichte Kurve, aber ich spüre bereits die angenehme Kühle,
die vom Meer hier hinaufströmt. Ich biege nach links ab- die
kleine Seitenstrasse geht direkt zur Strandpromenade, da will
ich hin. Und schon sehe ich das Blaue des Atlantischen Ozeans.
Tief einatmen, es lohnt sich hier zu sein. Auf der
Strandpromenade biege ich nach rechts ein: Der Blick ist ein
Traum. Da befindet sich der weltberühmte, sagenhafte Strand von
Playa del Ingles; schaue ich nach links, so will er einfach
nicht enden, dort liegt San Agustin mit Termalanlage im Hotel
Gloria Palace und dem romantischen
Gay-Only-Pasion Tropical,
einer der schönsten Gay-Club-Analgen auf der Insel.
YOUR WAY: Ich
bin nicht mehr alleine auf meinem Weg. Irgendwie strömen hier
von allen Seiten die Jungs und Männer mit ihren Rucksäcken
herbei. Und etwas weiter auf der Promenade entdecke ich die
Treppe, die mich direkt auf den Parkplatz (Restaurants) und zu
dem feinen Sandstrand führt. Halt, ein Supermarkt auf der
Rechten (auf halber Treppe), gute Preise für diese prominente
Lage: Hier fülle ich meinen Tagesproviant auf; es gibt Wasser in
1L-Flaschen, Obst und etwas zum Knabbern. Ideal. Und dann in den
Sand. Goldgelb. Die Reihe von Sonnenschirmen, die ich bald sehe,
scheinen den Blick aufs Wasser zu verdecken, nur kurze Zeit,
dann bin ich zwischen den ersten Sonnenhungrigen hindurch- und
kann direkt an der Küste meinen Weg in rechter Richtung
aufnehmen.
Am besten
barfuss. Das scheint hier allen zu gefallen. Das Wasser macht
mich fast süchtig, aber ich kann noch etwas abwarten. Der
Menschenstrom fasziniert mich; es ist als ob die Energien all
dieser Menschen positiv geladen sind und dies mit mir teilen
wollen. Ich bekomme auf Anhieb noch bessere Laune. Es sind
wirklich Tausende, die mit mir in eine Richtung ziehen- und
solcher, die aus der Gegenrichtung kommen. Manchmal wird es
richtig eng, aber die gute Laune all dieser Menschen ist
überwältigend. Ich laufe durch ein Meer zufriedener, lächelnder
Gesichter. Das ist Playa del Ingles. Das Wohlbefinden ist
ansteckend. Toll.
MY WAY - YOUR
WAY
Der
Strandmarsch dauert eine Weile; bald lockert sich die
menschliche Menge wesentlich auf- es wird gemütlicher, einige
Jogger zeigen ihre Superboddies, Fitness und Körperkult sind
hier am richtigen Ort. Und recht von uns? Die Dünen! Die
Spannung in mir scheint sich aufzutürmen, das ist alles reiner,
purer Sand, enorme Berge mit faszinierenden Mustern; der Wind
geht seinen eigenen Weg und seine Spuren gräbt er vorsichtig
zwischen die feinen, hellen Sandpartikel; ich möchte mich dort
auch einmal richtig hineinwühlen, aber das hat Zeit. Mein Ziel
ist der GAY-Strand, erkennbar an der Liberty-Fahne, die da
irgendwo auftauchen muss. Es gibt hier auch Menschen, die die
Einsamkeit schätzen; sie liegen verstreut an den Dünenrändern,
lesend, schlafend, träumend. Ich bemerke, dass mehr Männer um
mich herum meinen Weg begleiten, Singles oder paarweise. Der
Faro (Leuchtturm) taucht in der Ferne auf. Da liegt Maspalomas
mit einer neuen, hochklassigen Hotelerie. Der Leuchtturm steht
da wie ein Riesenphallus, mondain alles überschauend.
Überraschend tut sich ein neuer Blick auf: Neben einer Düne (der
vorläufig letzten auf meinem Weg) flattert die Rainbow-Fahne auf
einem Getränke-Kiosk. Mehrere Reihen Sonnenschirme- und Liegen
sagen mir, dass ich angekommen bin. Das ist die Gay-Zeile am
Maspalomas Strand. Ich bin einige Kilometer weit gelaufen.
Der erste
Sprung ins Wasser entlohnt mich für alles.
Und dann?
Gegen 19:00 Uhr
verspüre ich leichten Hunger, alles Obst und mein Wasser sind
aufgebraucht; ich denke an den Heimweg zum Hotel. Und jetzt
nehme ich einen anderen Weg: Durch die Dünen. Der Laufstreifen
ist klar markiert; tausende Fussabdrücke zeigen unseren
Trampelpfad wie von selbst. Gehen wir doch einfach der Menge
nach: es sind fast alles Männer, die diese Route einschlagen.
Ich laufe ihnen
nach.
Durch die - Dünen - (bitte
verzeih den erhobenen Zeigefinger) und geniesse Deinen Weg durch
dieses Naturwunder. Dein Ziel ist das Hotel RIU PALACE, immer
sichtbar, auch wenn Du glaubst, aus diesem Labyrinth der
Sandberge nicht mehr herauszufinden. Eine Orientierungshilfe
sind die Holzpfähle, die hier am Hauptweg eingelassen wurden.
Sie erinnern nicht nur an den richtigen Weg zurück in die Stadt
Playa del Ingles, sondern sind auch stille Ermahner, die Dünen
sauber zu halten. Vor wenigen Jahren galten sie der Absperrung
dieses Naturschutzgebietes. Heute sind sie ein Symbol der Freude:
...sie zeugen 'von der Freiheit frei zu sein'.